Klärungsbedarf der Kompetenzgesellschaften

Die Angebote der Kompetenzgesellschaften sollen die Basisleistungen ergänzen. Im Wettbewerb am Markt können je nach Bedarf des einzelnen Stammhauses Leistungen ergänzt werden. Aber: Welche zusätzlichen Angebote sinnvoll? In welcher Kombination? Für wen? Wer soll Gesellschafter werden? Bei der Diskussion stellte sich heraus, dass die Klärung mehr Zeit braucht als geplant.

Foto Schneelandschaft

Über die Leistungen der Plattformgesellschaft hinaus bieten die Kompetenzgesellschaften weitere Leistungen in den Bereichen Netzmanagement & Netzservice, Vertrieb, Kaufmännischer Service, Betreuung & Abrechung. Zu den Aufgaben und Funktionen konnten erste wegweisende Übereinkünfte erzielt werden. Bei den jeweiligen Schwerpunktthemen sollen die Kompetenzgesellschaften das Wissen und die Kräfte bündeln, ohne die Standorte der Stammhäuser auszuhöhlen. Möglichst viele Aufgaben sollen weiterhin vor Ort an den Standorten der Stammhäuser erledigt werden.

 

Darstellung einer Sonne

Verfügbarkeit der Leistungen sicher gestellt

Alle an einem Thema interessierten Stammhäuser gründen gemeinsam die jeweilige Kompetenzgesellschaft. Dorthin können sie eigene Mitarbeiter entsenden, um hier die Aufgaben in ihrem Sinne wahrzunehmen. Diese Gesellschaften stehen den Stammhäusern exklusiv zu Verfügung. Abgesichert wird die Verfügbarkeit der Leistungen durch entsprechende Verträge. Die Stammhäuser stellen der Pfalzenergie ihre Dienstleistungen zu Verfügung. Dies verbessert einerseits ihre eigene Auslastung und ermöglicht gleichzeitig allen Kooperationspartnern den Zugriff auf interessante und marktfähige Produkte.

Marktoffenheit gewährleistet attraktive Angebote

Oft diskutiert wurde in den bisherigen Abstimmungen, ob die Plattformgesellschaft die Leistungen für andere, nicht an den Kompetenzgesellschaften beteiligte Unternehmen abnehmen muss oder sich  zumindest theoretisch auch anderweitig versorgen kann. Auch in dieser Frage hat sich der Pragmatismus aller Partner durchgesetzt: Die Kompetenzgesellschaften sind zunächst einmal der naheliegende, bevorzugte Partner der Plattformgesellschaft, aber es besteht keine Verpflichtung die Leistungen unabhängig von Qualität oder Preis abzunehmen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Plattform-Angebote. So wird sichergestellt, dass sich die Kompetenzgesellschaften bei ihrem Angebot intensiv um attraktive, wettbewerbsfähige Angebote bemühen. Denn zu teure oder unpassende Leistungen würden von den nicht an der jeweiligen Kompetenzgesellschaft Beteiligten Stammhäusern ohnehin nicht abgenommen. Die Kooperationspartner haben sich damit also gezielt für Marktfähigkeit entschieden.

Wer wird Gesellschafter?

Grundlegend diskutiert wurde darüber hinaus in allen Kompetenzgesellschaften die Frage, wer dort Gesellschafter werden soll. Es stellte sich heraus, dass hier keine übergreifende Antwort sinnvoll ist und dies für jede Kompetenzgesellschaft einzeln geklärt werden muss. Einigkeit herrscht allerdings, dass Energieversorgern der Zugang zu den Kompetenzgesellschaften ausschließlich als Gesellschafter der Plattformgesellschaft Pfalzenergie möglich sein soll.

Modulare Netzgesellschaft

Die beiden Teilprojekte Netzmanagement und Netzservice wurden im Verlauf der Projektabeit zusammengefasst. Daraus entstand das gemeinsamen Geschäftsmodell „Modulare Netzgesellschaft“. Jeder Gesellschafter kann sich entsprechend seines Profils genau in die Aufgabenbereiche einbringen, die für ihn den größten Nutzen und die beste Realisierbarkeit versprechen. Einige Partner wollen verschiedene Aufgaben wie beispielsweise Regulierungsmanagement, Grundsatzplanung oder Netzentgelte einbringen. Andere Unternehmen sehen wesentlich umfassendere Aufgaben aus dem Technischen Service vor wie etwa Planung & Bau oder Instandhaltung. So können sich alle Partner passgenau in die neue gemeinsame Netzgesellschaft einbringen – von der Übertragung einzelner Aufgabenfelder bis zur Einbringung des gesamten Netzgeschäftes.

Foto Strommast im Schnee

Vertriebsstärken nutzen

Die Beschaffung von Strom und Gas ist gegenüber früheren Zeiten wesentlich komplexer und risikoreicher geworden. Gleichzeitig verlangen die Kunden mehr Produktvielfalt und Betreuung. Das erarbeitete Geschäftsmodell sieht eine Mischung aus Zusammenarbeit und Erhalt der Stammhausmarke vor. Die Zusammenarbeit kann von der Beschaffung über die Produktentwicklung bis zum Vertrieb an Großkunden reichen. Der Erhalt der Stammhausmarke ist für die kommunalen Unternehmen aufgrund der großen Kundennähe besonders wertvoll. Wie groß das Interesse an diesem Modell ist, wird in den nächsten Wochen abgefragt. Eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise ist für Februar vorgesehen.

Kaufmännischer Service und Betreuung & Abrechnung

Die Projektarbeit in diesen Themenfeldern leidet unter den vielen möglichen Varianten. Denkbar sind unterschiedlichste Beteiligungen der Stammhäuser in den verschiedenen Kompetenzgesellschaften – ob Netz, Vertrieb, kaufmännischer Service oder Betreuung & Abrechnung. Diese Vielfalt und eine Reihe prinzipieller Fragestellungen haben die Erarbeitung der Lösungsvorschläge sehr viel komplizierter gemacht als am Projektanfang erwartet. Aufgetaucht sind etwa die Fragen nach dem Umgang mit vorhandenen Kooperationsgesellschaften oder mit verschiedenen IT-Plattformen. Nach der Klärung dieser Punkte wird die Projektarbeit vorrausichtlich Anfang 2009 fortgesetzt. Über die Basisleistungen der Pfalzenergie hinaus, werden die Kompetenzgesellschaften die Angebotspalette vervollständigen. Das breite Leistungsspektrum beider Ebenen wird die Pfalzenergie zu einer vielseitigen, attraktiven Kooperation für alle Partner machen.

Modulare Netzgesellschaft

Netzbetreiber

  • Instandthaltungsstrategie

  • Regulierungsmanagement

  • Asset Management

  • Netznutzungsmanagement

  • Grundsatzplanung

  • Netzanschlussvertrieb (inkl.HA-Vertrieb, Vertrieb techn.Dienstleistungen)

  • Qualitätssicherung

  • Netzführung/Leitwarte

  • Dokumentation

  • Energiedatenmanagement

  • Abrechnung NNE, Einspeiser (EEG, KWK)

  • Verlustenergiebeschaffung (inkl. Bilanzkreismanagement)

  • Lieferantenwechselprozesse

Netzservice

  • Arbeitsvorbereitung

  • Ausführungsplanung

  • Instandhaltung/Wartung

  • Instandsetzung/Entstörung

  • Baumaßnahmen/Investitionen

  • Operative Meteringaufgaben

  • Beauftragung von Fremddienstleistern/Subunternehmern

 

Erklärung der Abkürzungen:

NNE: Netznutzungsentgelte

EEG: Erneuerbare Energien Gesetz

KWK: Kraft-Wärmekoppelung