Gut aufgestellt mit fünf Kompetenzgesellschaften

Die perfekte Ergänzung der Basisleistungen der Pfalzenergie-Plattform würden fünf Kompetenzgesellschaften bieten: Netzmanagement, Netzservice, kaufmännische Zentralfunktionen, Betreuung/Abrechnung und Vertrieb. Sie sollen die 58 Energieversorger ganz nach dem jeweiligen Bedarf unterstützen.

Foto eines nach unten hängenden Kiefernasts

Jeder Energieversorger der Pfalz hat eine andere Ausgangssituation. Ein Partner erkennt dringenden Handlungsbedarf bei Netzregulierung oder Netzservice, ein anderer sieht große Herausforderungen im Vertrieb. Diese Unterschiede sind durch die Entwicklung der Unternehmen, Schwerpunkte einzelner Mitarbeiter oder die jeweilige Wettbewerbssituation entstanden. Um den Unterschieden gerecht zu werden, können die Angebotsfelder der Kompetenzgesellschaften ganz nach Bedarf kombiniert werden. So kann jedes Unternehmen die Basisleitungen der Plattformgesellschaft für sich passend ergänzen.

Kostenvorteile der Großen

Der deutsche Energiemarkt wird inzwischen von wenigen großen Unternehmen beherrscht. Etwa 75 % der deutschen Stromkunden werden von Unternehmen mit 500.000 – 1.000.000 Zählern versorgt. Daraus ergibt sich – vereinfacht dargestellt – ein enormer Kostenvorteil gegenüber kleineren Unternehmen. Denn wenn ein solches Unternehmen beispielsweise einen Spezialisten für Abrechnung oder Regulierungsmanagement einstellt, kann es den damit verbundenen Aufwand durch 1.000.000 Zähler dividieren. So kostet der Spezialist nur rund 6 bis 7 ct/Zähler.

Nachteile der Kleinen

Die gleichen Maßnahmen kosten in einem kleineren Haus unter Umständen nur die Hälfte – denn das IT-System muss nicht ganz so kompliziert sein und der betraute Mitarbeiter wird nicht voll ausgelastet. Da die Kosten aber nur auf 50.000 Zähler verteilt werden können, ergeben sich eine Investition von 0,5 bis 1d/Zähler.

Foto Strommast in roter Abenddämmerung

Gemeinsam anpacken und profitieren

Dieser Unterschied muss am Ende des Geschäftsjahres entweder in höhere Preise an den Kunden weitergegeben werden oder das Unternehmen wird niedrigere Ergebnisse erzielen. Dieses Beispiel zeigt, weshalb es sinnvoll ist, die Steuerungsaufgaben, Systeme und Methoden gemeinsam anzupacken und weiterzuentwickeln. Denn diese Aufgaben sind für die meisten Unternehmen gleich und können mit hohen Kostenvorteile gebündelt werden. Dieses Ziel wird mit den fünf verschiedenen Kompetenzgesellschaften verfolgt.

Netzmanagement

Im Netzmanagement geht es um die Zusammenfassung von Regulierungsaufgaben, Netzentgeltanträgen, Aufbau von Investitions- und Instandhaltungsstrategien etc. Wenn dieses umfangreiche Fachwissen einmal vorhanden ist, kann es sehr leicht auf mehrere Unternehmen übertragen werden kann.

Netzservice

Im Netzservice spielt die gemeinsame Einsatzplanung, Materialbereitstellung, Logistik und Zustandserfassung eine große Rolle. Viel Zeit und Geld kann beispielsweise gespart werden, wenn immer der jeweils bestqualifizierte Monteur mit dem kürzesten Anfahrtsweg in der gesamten Region eingesetzt wird.

Zentralfunktionen und Betreuung & Abrechnung

Bei den kaufmännischen Zentralfunktionen sowie im Bereich Betreuung und Abrechnung geht es um gemeinsame IT-Systeme, gemeinsame Materialbeschaffung und damit bessere Konditionen als Groß-Abnehmer. Die gesetzlichen Neuerungen zur Unabhängigkeit der Messaufgaben vom Netzgeschäft werden weitere, grundlegende Änderungen für alle Unternehmen mit sich bringen – die Einführung des „Smart Metering“ kann gemeinsam besser und kostengünstiger bewältigt werden.

Vertrieb

Im Vertrieb spielen die kleineren Unternehmen ihren größten Trumpf aus, nämlich die persönliche Beziehung zu ihren Privatkunden. Dennoch können auch hier die extrem aufwändigen und risikoreichen Aufgaben wie Beschaffung oder Produktentwicklung gemeinsam durchgeführt werden. Zudem können Strategien gegen die ständige Kundenabwanderung zu externen Wettbewerbern entwickelt werden.

Spielräume schaffen

Natürlich gibt es auch künftig Aufgaben der Energieversorger, die weitgehend unverändert bleiben. Dazu gehört die eigentliche Arbeit vor Ort, wie etwa Wartung, Entstörung oder Kundenbetreuung. Die Entlastung durch die Kompetenzgesellschaften schafft hierfür den notwendigen Spielraum.