Pfalzenergie: Eine neue Idee verbindet

Foto einer Burgruine

Hier finden Sie Newsletter aus der Entwicklungsphase der Pfalzenergie

Die pfälzischen Stadtwerke stehen vor einer großen Herausforderung. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 steigt der Druck auf die Energieversorger stetig. Bislang versucht noch jedes Unternehmen damit alleine fertig zu werden oder sucht sicherste Kooperationspartner. Alles muss effizienter werden, um im schärfer werdenden Wettbewerb mit Großunternehmen bestehen zu können. Kosten- und Qualitätsnachteile sowie Risiken wegen wachsender formaler Vorgaben nehmen immer weiter zu.

Zukunftsgestaltung als Aufgabe

Zunächst könnte man dem noch durch Verkauf, Fremdvergabe von immer größeren Arbeitspaketen, Reduzierung der Investitionen und damit der Netzqualität begegnen. Am Ende stünde oft die Übernahme durch ein Großunternehmen. Die Folgen wären der Abbau von Arbeitsplätzen in der pfälzischen Energiewirtschaft und der Verlust von Einfluss der kommunalen Eigentümer auf die Energieversorgung. Diese schwierigen Aussichten der Pfälzer Energieversorgerbeschäftigten den Vorsitzenden des Bezirksverbandes Pfalz, Theo Wieder, schon länger. Die Auswirkungen von Regulierung und Liberalisierung beobachtete er einerseits als Oberbürgermeister von Frankenthal bei den Stadtwerken Frankenthal und andererseits als Aufsichtsratsvorsitzender der Pfalzwerke.

Kommunale Eigenständigkeit erhalten

Foto eines Nadelbaums

In einer engen Kooperation der pfälzischen Energieversorger sah Theo Wieder eine Alternative. So könnte die nötige Kostensenkung bewältigen werden, ohne die verbleibenden Arbeitsplätze ganz oder überwiegend an Unternehmen außerhalb der Pfalz zu verlieren. Die politisch wichtige Eigenständigkeit der kommunalen Versorger bliebe erhalten.

Neue Dimension der Zusammenarbeit

Viele Pfälzer Energieversorgerbemühen sich zwar auch schon seit Jahren um Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmen. Denn alle wissen, dass die Zusammenarbeit in vielen Aufgabenfeldern sinnvoll ist und Kosten senkt. Doch die Hürden beider Umsetzung einer Kooperationwaren bislang zu hoch undder Druck noch nicht so groß. Die Idee einer Groß-Kooperation in der gesamten Pfalz stieß bei Bürgermeistern, Werkleitern, Geschäftsführern und Vorständen auf überwältigende Zustimmung. So beschlossen sie in der gemeinsamen Frankenthaler Erklärung, die Chancen einer Kooperation zu prüfen.

Das Modell Pfalzenergie entsteht

Der Bezirksverband Pfalz beauftragte das auf die Energiewirtschaft spezialisierte Beratungsunternehmen K.GROUP, einen Vorschlag hierfür zu erarbeiten. Nach einer Datenerhebung wurde das Modell „Pfalzenergie“ im Juni 2008 vorgestellt. Es sieht vor, dass zwei Kernbereiche auch weiter in den Stammhäusern bleiben: einerseits die strategischen Entscheidungen wie etwa Investitionsvolumen, Maßnahmen im Stadtgebiet oder Preise vor Ort sowie andererseits die tägliche Arbeit wie beispielsweise die Betreuung der Kunden oder die Instandhaltung des Netzes. Die Organisation der Kooperation erfolgt über eine gemeinsame Plattformgesellschaft als Basis und vier ergänzende Kompetenzgesellschaften.

Plattformgesellschaft als Basis

An der Plattformgesellschaft sollen sich alle Unternehmen beteiligen, da sie viele Basisleistungen liefert. Das sind zum Beispiel Analysen und Empfehlungen zum Regulierungsmanagement oder zu Preisentwicklungen, IT-Fragen und vieles mehr. Außerdem vermittelt die Plattform Spezialisten der Kooperationspartner untereinander weiter.

Ergänzende Kompetenzgesellschaften

Die ergänzenden Kompetenzgesellschaften sollen jeweils für die Bereiche Netzmanagement/Netzservice, Betreuung/Abrechnung, kaufmännischer Service und Vertrieb gegründet werden. Sie sollen die Prozesse und Methoden im jeweiligen Aufgabenfeld vereinheitlichen und weiterentwickeln. Der extrem umfangreiche Netzentgeltantrag muss dann nur noch einmal gelesen werden, um für alle umgesetzt werden zu können. Oder IT-Systeme können gemeinsam angeschafft werden. Jedes Unternehmen entscheidet nun für sich, ob und wie weit es bei dieser bundesweit bislang ersten Initiative in dieser Größe dabei sein will. Eine große Chance für alle.

Kooperation macht stark: Pfalzenergie

Mit der Pfalzenergie entsteht schlagartig einer der wichtigsten Marktteilnehmer im süddeutschen Raum:

58 Pfälzer Energieversorger

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… nehmen am Projekt Pfalzenergie teil – vom kleinen Anbieter mit 300 oder 400 Versorgungszählern bis zu großen Werken mit mehr als 300.000 Zählern. Sie sind sehr unterschiedlich organisiert und haben unterschiedliche Angebote im Spektrum Strom, Gas, Wasser und Wärme.

2.260 Vollzeitkräfte

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… beschäftigen sie in den Aufgabenfeldern Netzservice/Netzmanagement, Betreuung/Abwicklung und Kaufmännischem Service sowie weitere Mitarbeiter aus dem Vertrieb und anderen Bereichen.

1.240.000 Versorgungszähler

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… betreuen die künftigen Kooperationspartner in den Sparten Strom, Gas, Wasser und Wärme.

38.500 km Versorgungsnetzlänge

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… unterhalten die Kooperationspartner gemeinsam in allen Sparten.