Flexibles Kooperationsmodell für Pfälzer Energiewirtschaft

Zweite Energie-Konferenz zeigt kommunalen Versorgern Perspektive auf

19. Juni 2008

Mithilfe eines flexiblen Kooperationsmodells soll die pfälzische Energiewirtschaft fit für die Zukunft gemacht werden. Dies kündigte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder nach der zweiten Energie-Konferenz in Frankenthal an. Ende des vergangenen Jahres hatten die kommunalen Energieversorger der Region den Bezirksverband Pfalz beauftragt zu prüfen, wie eine energiewirtschaftliche Zusammenarbeit aussehen könnte. Eine Lenkungsgruppe erarbeitete in den vergangenen Monaten zusammen mit dem Branchenspezialisten K.Group ein entsprechendes Konzept. Es ermögliche der Energiewirtschaft der Pfalz, „auch künftig wettbewerbsfähig und souverän zu bleiben“, so Wieder. Um dies zu erreichen, soll eine „Pfälzische Energieplattform“ gegründet werden, eine Gesellschaft, der die Energieversorger beitreten und die ihnen im Gegenzug Basisleistungen anbietet. In einer zweiten Stufe sollen dann Kompetenzgesellschaften als so genannte Know-how-Zentralen entstehen, erläuterte Wieder. Dadurch könnten die Energieunternehmen noch stärker in einzelnen Bereichen kooperieren, wie zum Beispiel im Netzmanagement, Netzservice, in der Betreuung und Abwicklung, in Zentralfunktionen und im Vertrieb. „Mit einer solchen Kooperation können wir den kompletten Weg der Energieversorgung vom Stromeinkauf bis zur -abrechnung effektiv und kostengünstig steuern“, davon ist Wieder überzeugt. Die Vorteile dieses Kooperationsmodells lägen darin, dass die Werke individuell nach ihrem Bedarf Leistungen in Anspruch nehmen könnten und dass es weiter ausbaufähig sei. Darüber hinaus könnten im Zusammenspiel zwischen der Plattform und den Kompetenzgesellschaften die Ressourcen optimal genutzt werden.

Nachdem die Energieversorger während der Konferenz ihre Bereitschaft zu einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert hätten, seien sie nun aufgefordert, ihre Gremien zu informieren, um das Projekt „Pfälzische Energieplattform und Kompetenzgesellschaften“ weiter voranzutreiben. Sei dies geschehen, so Wieder, werde der Bezirksverband Pfalz gemeinsam mit der Lenkungsgruppe im Herbst alle Vorbereitungen treffen, damit die Zusammenarbeit der pfälzischen Werke Anfang 2009 starten könne. Danach habe der Bezirksverband Pfalz seine Aufgabe erfüllt und könne sich aus diesem Bereich wieder zurückziehen.

Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder hatte Ende 2007 den Anstoß zu einer energiewirtschaftlichen Zusammenarbeit in der Region gegeben, da die Netznutzungsentgelte aufgrund der so genannten Anreizregulierung ab dem kommenden Jahr sinken werden. Zudem seien die Werke einem steigenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt, was besonders die kleinen und mittleren Unternehmen unter Zugzwang bringen werde. „Das Szenario, das ich vor einem halben Jahr skizziert habe, hat inzwischen an Dramatik zugenommen“, kommentierte Wieder die jüngste Entwicklung auf dem Energiemarkt. Eindringlich warb er für die Kooperation auf regionaler Ebene: „Energie ist ein Elementargut des menschlichen Daseins, deshalb sollte sich die öffentliche Hand um die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger kümmern, da sie nicht nur renditeorientiert handelt.“ Der 15-köpfigen Lenkungsgruppe gehören die kleinen, mittleren und großen Kommunen jeweils paritätisch mit je zwei politischen Vertretern und zwei Fachleuten der Werke sowie der Pfalzwerke-Vorstand und der Bezirkstagsvorsitzende an.