Energiewirtschaft: Der dritte Weg

Steigender Aufwand und wachsender Kostendruck haben in der Energiewirtschaft zwei Wege zur Effizienzsteigerung entstehen lassen: Fusion und Teilverkauf. Die Pfalzenergie zeigt nun einen vielsprechenden dritten Weg auf. So könnte es gelingen, die unternehmerische Eigenständigkeit der örtlichen Energieversorger und den kommunalen Einfluss auf diese wichtige Infrastruktur zu erhalten.

Fotoausschnitt einer Burgtreppe

Mit der Liberalisierung der Energiemärkte vor zehn Jahren haben fast alle Unternehmen ihre Arbeitsabläufe und Investitionsstrategien überprüft. Optimierungen und Vereinfachungen wurden durchgeführt, um die Kosten zu senken. Noch schneller als die Kosten gesenkt werden konnten, nahmen allerdings die Anforderungen an Energieversorger zu: Zusätzliche Verordnungen, neue Marktschnittstellen und vieles mehr machte den Energiemarkt immer komplizierter. So wurden bei den Energieversorgern mühsam die errungenen Erfolge der Kostensenkungen durch die steigenden Anforderungen wieder aufgefressen. Zusätzlich steigen die Preise für Primärenergie wie beispielsweise Kohle oder Gas inzwischen so stark, dass trotz massiver Einsparungen der Energieversorger bei den Kunden kontinuierlich steigende Preise ankommen. Um in diesem immer härter werdenden Markt weiter bestehen zu können, haben sich in den vergangenen Jahren zwei Wege zur Effizienzsteigerung in der Energiewirtschaft entwickelt. Jetzt eröffnet die Idee der Pfalzenergie einen dritten Weg.

Weg: Steigerung der Größe durch Fusionen

Ein Beispiel hierfür ist die Bildung der großen E.ON-Regionalversorger aus mehreren Vorläuferunternehmen - E.ON Bayern wurde aus insgesamt fünf vormals eigenständigen Regionalversorgern gebildet. Ähnliches geschah bei RWE, auch die EnBW ist durch den Zusammenschluss mehrerer Vorläuferunternehmen entstanden.

Foto Holzstapel

2. Weg: Teilverkauf an strategischen Partner

Der Verkauf von ausgewählten Anteilen eines Energieversorgers bringt zunächst einmal Geld in die Stadtkasse. Der Käufer wird als Branchenspezialist so zum strategischen Partner, der gezielte Unterstützung und strategische Beratung bieten kann. Dieses Modell wurde von vielen Stadtwerken durch Teilverkäufe beispielsweise an die Thüga, die MVV-Gruppe oder andere Investoren verfolgt.

3. Weg: Kooperation wahrt Eigenständigkeit

Das Modell Pfalzenergie soll die bestehenden beiden Möglichkeiten um einen dritten Weg ergänzen. Die Idee einer regionalen Groß-Kooperation bringt für benachbarte Unternehmen enorme Vorteile, denn sie können sich ohne großen Aufwand in vielen  Aufgaben ergänzen – wie beispielsweise durch Fahrt- und Rüstzeitoptimierung von Monteuren im Netzgebiet. Gleichzeitig wollen viele Kommunen als Eigentümer die unternehmerische Eigenständigkeit ihrer Werke erhalten und den kommunalen Einfluss sichern. Das neue Kooperationskonzept Pfalzenergie bietet hier die Möglichkeit, den Vorteil gemeinsamer Systeme, Spezialisten und Methoden zu nutzen, ohne Unternehmensanteile – und damit Einfluss – aufzugeben oder die Standorte auszuhöhlen. Genau wie der erste und zweite Weg führt auch dieser neue, dritte Weg zu niedrigeren Kosten und effizienten Prozessen. Darüber hinaus erhält das neue Modell jedoch die Vorteile kommunaler Unternehmen wie Kundennähe, Arbeitsplätze in der Region und nicht zuletzt kommunalen Einfluss in dieser wichtigen Infrastruktur.